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Ich wurde gebeten für „einfache“ Genossen was zu “Verteilten Sozialen Netzwerken“ zu schreiben. Da!

Die sozialen Netzwerke wie Twitter, Facebook, Google+ (verstorben), etc... kennt ihr ja alle. Gemeinsam ist den Dingern, dass es einen Betreiber gibt, für den die Nutzer das eigentliche Produkt sind. Ihr kennt auch alle die kleinen und grösseren „Skandale“.

Die Dienste werden außerdem von einer „Zentrale“ betrieben. Wenn Herr Erdorgan entscheidet, dass Twitter oder Youtube heute doof sind, dann stellt er sie morgen ab.

Im Gegensatz dazu der Ansatz des Verteiltes Soziales Netzwerk (auch Föderiertes Soziales Netzwerk genannt): hier wurde Software entwickelt, die durch geneigte Personen auf eigenen Servern installiert werden kann. Die einzelnen Server kommunizieren über (in der Standardisierung befindliche) Protokolle miteinander:

Anwender A hat ein Konto auf Server AA, Anwender B hat ein Konto auf Server BB. Anwender A@AA kann ohne weiteres mit Anwender B@BB kommunizieren. Beide müssen jeweils den Betreibern ihres Servers vertrauen (Hinweis: don’t trust your Admin!!!). Wenn sie das nicht tun, können Sie jeweils einen eigenen Server aufsetzen.

Wie in https://de.wikipedia.org/wiki/Verteiltes_Soziales_Netzwerk beschrieben, haben sich verschiedene Angebote an Software etabliert:

Ich habe mir als Anwender https://de.wikipedia.org/wiki/Mastodon_%28Software%29 angeschaut, und mir auf einem Server von https://de.wikipedia.org/wiki/Friendica installiert. Mastodon ist eher mit Twitter, Friendica eher mit Facebook vergleichbar.

Beiden gemeinsam ist, aufgrund des föderierten Ansatzes, dass man Anwender anderer Plattformen auch „freunden“ oder “follown“ kann.

In Friendica gibt es verschieden Konrektoren, die auch in die „üblichen“ Netzwerke bauen können. Aktuell „ab Werk“ sind vertreten:

* Blogger Export (hab ich nicht am Laufen)
* Buffer Export (https://en.wikipedia.org/wiki/Buffer_%28application%29 --> Damit auch Kommunikation Richtung Facebook)
* GNU Social Import/Export/Spiegeln (hab ich nicht am Laufen, den mit der Community kann man auch so reden)
* Tumblr Export (läuft…)
* Twitter Import/Export/Spiegeln (läuft)
* Wordpress Export
* E-Mail (ältestes verteiltes soziales Netzwerk der Welt)

Es gab auch mal einen Facebook Import/Export: der wurde aus der Software entfernt, weil Facebook irgendwann mal die AGBs geändert hat. Im Prinzip heißt es da jetzt, du kannst alles nach Facebook importieren, aber du darfst Exporte nur mit den von Facebook bereitgestellten Schnittstellen machen. Heisst für mich: Facebook möchte sich auf Dauer schließen. Die Begründung der Friendica-Entwickler kann man googlen.

Beispiel: Wenn ich was auf meiner Friendica Instanz etwas schreibe, dann landet das auch bei

* Twitter (Anworten/Reaktionen kommen auch wieder zurück)
* Tumblr (dort entsteht ein Artikel – mach ich nur in meinen privaten Konto)
* Buffer (leitet das auf eine Seite bei Facebook weiter. Reaktionen muss ich immer noch da einsammeln und beantworten)
* Wordpress (dort entsteht ein Artikel, mit dem Hinweis, das auf Twitter/Friendica diskutiert werden kann)

Ich sehe den Vorteil, dass ich an einer Stelle meinen Unsinn in verschiedene Plattformen einfließen lassen kann, habe aber auch die Hoffnung, dass einer von tausend sich auch ein Konto auf einen verteilten sozialen Netzwerk einrichtet. Durch die Brücken in die anderen „Welten“ kann ich auf meiner kleinen Insel selber was machen, ohne die Brücken in die alte Welt abreissen zu müssen.

Der Verein Digitalcourage e.V. schreibt jetzt zumindest schon auf Mastodon. Die werden schon wissen, warum.

Wer statt Facebook-Chat oder Whatsapp auch lieber wo anders chatten will, der sollte sich übrigens mal die Software unter https://matrix.org/blog/home/ anschauen.